Die Kooperation zwischen dem Institut für Zweiradsicherheit und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat hat die Kampagne #AbstandKommtAn ins Leben gerufen, um auf die häufig unterschätzten Bremswege von Motorradfahrern aufmerksam zu machen. Laut aktuellen ifz-Erhebungen kalkulieren rund fünfzig Prozent der Biker ihren Bremsweg zu kurz und riskieren dadurch Auffahrunfälle. Mithilfe eingängiger Social-Media-Motive und konkreter Praxisanleitungen werden einfache Anpassungen des Fahrstils vorgeschlagen, die sofort umsetzbar sind und die Sicherheit auf der Straße spürbar erhöhen.
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Zu geringe Abstände verkürzen Reaktionszeit und erhöhen Unfallrisiko deutlich
Das Freiheitsgefühl beim Motorradfahren wird schnell getrübt, wenn kritische Abstände fehlen. Ifz-Erhebungen zeigen, dass fast jeder zweite Biker den Bremsweg zu optimistisch kalkuliert. Ist der Sicherheitsabstand zu gering, sinkt die Zeit für visuelle Erfassung des Verkehrs und das Einleiten von Bremsmanövern. Im Ernstfall führt dies oftmals zu Auffahrunfällen auf einspurigen Strecken. Daher rufen Sicherheitsinitiativen zu bewussterer Abstandseinhaltung und Reflektion der Bremswegsberechnung auf. Gezieltes Fahrsicherheitstraining kann dabei die Einschätzung entscheidend verbessern.
Fehlende Reaktionszeit führt zu Unfällen durch zu kurzen Bremsweg
Nach Auswertung der DVR-Statistik zählt der zu geringe Abstand beim Motorrad zu den Hauptursachen von Unfällen. Für das Jahr 2024 zeigt sich: Fast 14 Prozent aller Personenschadensunfälle lassen sich auf zu geringe Distanz zum Vordermann zurückführen, wodurch dieses Fehlverhalten den dritten Platz der Unfallursachen belegt. Fehlt der notwendige Puffer, schrumpft die Zeitspanne für Wahrnehmung und Bremsmanöver, was Kollisionen begünstigt und Verletzungsgefahren steigert. Ein größerer Abstand ermöglicht rechtzeitiges Erkennen potenzieller Gefahren.
Vielfahrer haben nach wie vor Probleme, Bremsweg korrekt abzuschätzen
Nach den Ergebnissen des ifz, vorgestellt von Matthias Haasper, glauben viele Motorradfahrer, sie hätten den Bremsweg im Griff, unterschätzen ihn jedoch in der Praxis um bis zu 50 Prozent. Dieses Wahrnehmungsproblem führt dazu, dass besonders bei höheren Geschwindigkeiten der Sicherheitsabstand nicht ausreicht, um rechtzeitig zu reagieren. Selbst erfahrene Vielfahrer kompensieren die Differenz nicht, was das Risiko von Auffahrunfällen erheblich erhöht und sofortige Anpassungen erfordert. Eine Übung zur Bremswegkontrolle können hier Abhilfe schaffen.
Trotz theoretischem Wissen fehlt Motorradfahrern im Verkehr ausreichender Abstand
Obwohl das theoretische Bewusstsein um den richtigen Puffer zwischen Motorrad und vorausfahrendem Fahrzeug vorhanden ist, gelingt es vielen Fahrern nicht, diesen Raum im fließenden Verkehr tatsächlich einzuhalten. Diese Abweichung von der vorgedachten Distanz entsteht durch Stress, Fokussierung auf andere Verkehrsteilnehmer und unbewusste Fehleinschätzungen der Geschwindigkeit. Das Ergebnis ist ein engerer Sicherheitskorridor, der im Ernstfall kaum ausreichend Zeit für Ausweichmanöver und kontrollierte Bremsvorgänge bietet und erhöht damit das Risiko schwerer Auffahrunfälle.
Klare Botschaften im Netz: #AbstandKommtAn stärkt Bewusstsein für Abstandshaltung
Unter dem Hashtag #AbstandKommtAn haben ifz und DVR eine Aufklärungsoffensive mit zehn Visualisierungen gerufen. Im Mittelpunkt stehen leicht verständliche Botschaften und konkrete Ratschläge für den Alltag, um Motorradfahrer für den richtigen Sicherheitsabstand zu sensibilisieren. Kay Schulte vom DVR betont, dass virale Inhalte in Kombination mit Hinweisen in sozialen Medien dazu beitragen sollen, das Bewusstsein für mehr Platz nach vorne zu schärfen und so das Risiko von Auffahrunfällen nachhaltig zu senken.
Bauchgefühl als Abstandsmesser bringt mehr Raum und bessere Fahrkontrolle
58 Prozent der Motorradfahrer vertrauen bei der Distanzabschätzung vorrangig auf ihr Bauchgefühl. Ein bewusst größerer Abstand bietet eine zusätzliche Sicherheitszone vor dem Vordermann, die als effektive Reservestrecke für Notbremsungen dient. So erhöht sich die spürbar erweiterte Sichtweite und verlängert sich die entscheidende Reaktionszeit, was im Ernstfall erheblich wertvolle Sekunden gewinnen kann. Dieses einfach umsetzbare Prinzip reduziert dauerhaft das Auffahrrisiko, verbessert die Kontrolle über das Motorrad und steigert die Fahrstabilität merklich.
Ein paar Meter mehr Abstand können Unfälle wirksam vermeiden
Die neue Informationskampagne von DVR und ifz bringt den oft vernachlässigten Sicherheitsabstand von Motorradfahrern ins Bewusstsein. Schon wenige Meter mehr Abstand gewähren erhebliche Vorteile: Sie schaffen entscheidende Reaktionszeit, erweitern Sichtfelder und ermöglichen zielgerichtete Bremsmanöver bei plötzlich auftretenden Hindernissen. Im Ernstfall entscheidet dieser zusätzliche Raum über die Vermeidung schwerer Auffahrunfälle. Die Kampagne unterstreicht deshalb, wie wichtig kontinuierliche Abstandsbeobachtung im täglichen Verkehrsgeschehen ist. Konkrete Handlungsanweisungen fördern sicheres Fahrverhalten und reduzieren Unfallrisiken nachhaltig.
Die Initiative #AbstandKommtAn von ifz und DVR verdeutlicht, dass jeder zusätzliche Meter Abstand entscheidend ist. Mit größerem Abstand gewinnen Motorradfahrer Zeit, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Diese präventive Strategie reduziert statistisch Auffahrunfälle und minimiert Verletzungsrisiken. Gleichzeitig profitieren Biker von entspanntem Fahrgefühl, stressfreien Manövern und mehr Selbstvertrauen, da ein breiter Sicherheitsabstand langfristig Ruhe schenkt und das eigene Fahrvermögen stärkt. und macht das Fahren sicherer, komfortabler und souveräner.

