Fahrradreifen Größe: Kaufberatung, Haltung und Einsatz

BMX oder andere Bikes: Eine zuverlässige Fahrradbereifung in der richtigen Größe stellt sicher, dass das Bike optimal fährt und dabei den harten Beanspruchungen standhält. Bei der Suche nach der ideale Reifengröße hilft die Norm der European Tire and Rim Technical Organization, kurz ETRTO.

Die richtige Reifengröße finden

Bei einem Blick in die entsprechenden Fachgeschäfte fällt jedoch auf, dass teilweise noch die vorherigen französischen und englischen Definitionen verwendet werden.

Grundsätzlich haben sich zwei Maßeinheiten bei den Radfahrern in Europa etabliert: das metrische und das zöllige Maß. Bei beiden bezieht sich die erste Ziffer auf die Breite des Fahrradreifens, während die zweite den inneren Durchmesser des Reifens angibt. Bei dem Nenndurchmesser handelt es sich um eine unveränderbare Größe, doch die Laufradbreite kann abhängig von der eingesetzten Felge gewisse Unterschiede aufweisen.

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Details und Schwierigkeiten bei der Größenangabe

Ein Blick auf die ETRTO Größenbezeichnung der Fahrradreifen informiert die Radfahrer über die genauen Abmessungen. Ein Beispiel: Bei einer Angabe von 38-620 ist das Laufrad 38 mm breit, bei einem Innendurchmesser von 620 mm. Anhand dieser Kennzeichnung ist eine eindeutige Zuordnung zu der Radfelgengröße möglich.

Bei der Zollbezeichnung erfolgt die Zuordnung auf ähnliche Weise, allerdings wird hier der Außendurchmesser angegeben. Bei einer Kennzeichnung von 26 x 1.40 handelt es sich also um ein Laufrad mit einem Außendurchmesser von ungefähr 26“ und einer Reifenbreite von 1.40“. Teilweise kann ein weiterer Wert angegeben werden, der an der zweiten Stelle erscheint. Bei einem Reifenmodell mit 28 x 1.50 x 1.40 bezieht sich der mittlere Wert auf die Reifenhöhe.

Häufig sind die Zollangaben nicht exakt und lassen sich außerdem nicht eindeutig einer bestimmten Größe zuordnen. So werden BMX-, Sport- und Tourenräder auch dann mit 26“ gekennzeichnet, wenn der Durchmesser deutlich darunter liegen. Es kann passieren, dass Laufräder mit 622 sowie mit 635 mm bei den 28“ Modellen zu finden sind, während ein Innendurchmesser von 630 mm bei den 27“ Reifen geführt wird.

Der Ursprung der Reifengrößen-Bezeichnung

Ursprünglich entstanden die Definitionen der Reifengrößen in der Zeit, als die Stempelbremse eingesetzt wurde. Der Außendurchmesser der Fahrradreifen musste sich an diese Bremse anpassen. Abhängig von der Laufradbreite lagen zur damaligen Zeit mehrere Standards für den inneren Durchmesser vor.

Vor allem im angelsächsischen Sprachgebrauch etablierten sich die Zollbezeichnungen für die Größe der Laufräder, die auch weiterhin benutzt werden. Allerdings hat sich bei der Bezifferung etwas geändert. Während früher eine Bezeichnung mit Brüchen verwendet wurde, also beispielsweise mit 1 3/8, ist heute die entsprechende dezimale Kennzeichnung 1.375 zu finden.

Bei der französischen Reifengröße wird übrigens auch der ungefähre äußere Durchmesser verwendet. Bei einer Angabe von 680 x 35C liegt der Außendurchmesser also bei 680 mm und die Breite bei 35 mm. Mit dem Buchstaben C wird auf den Innendurchmesser hingewiesen, der in diesem Fall bei 622 liegt. Da die französischen Kennzeichnungen nicht auf alle Fahrradreifen anzuwenden sind, gibt es keine Angaben für Modelle wie MTB-Reifen.

Infografik: Tabelle für Fahrradreifengrößen nach ETRTO (#01)

Infografik: Tabelle für Fahrradreifengrößen nach ETRTO (#01)

Neuerungen bei den Reifengrößen

Die MTB Reifengröße von 29“ ist noch relativ jung. Sie bezieht sich auf den gleichen inneren Durchmesser wie die europäischen 28“ Reifen, der bei 622 mm liegt. Eine weitere Neuerung ist die Größe 27,5“. Diese steht vor allem für Mountainbikes zur Verfügung, deren Potenzial durch einen größeren Durchmesser verbessert werden soll, die jedoch nicht die geeignete Basis für die 29“ Räder haben. Die Gründe hierfür liegen möglicherweise in dem langen Federweg oder in einer kleinen Rahmengröße. Die bewährten Qualitätsmarken wie Schwalbe halten jeweils die geeigneten Reifengrößen bereit, sodass es leicht fällt, sein Fahrrad perfekt auszustatten.

Bei den 27,5“ Fahrradreifen beträgt der Innendurchmesser 584 mm. Damit entsprechen sie der französischen Größenbezeichnung 650B.

Worauf bei der Auswahl von Fahrradreifen zu achten ist

Die zahlreichen Bezeichnungen für die Größen sind in der entsprechenden Listen der Reifenhersteller zu finden, die dabei auf die geltenden ETRTO-Normen zurückgreifen.

Die klassische Reifengröße für MTB ist 26“. Damit lassen sich die Mountainbikes optimal kontrollieren. Mittlerweile greifen aber auch immer mehr Biker zu größeren Fahrradreifen mit 27,5″ oder 29“. Bereits in den 1970er Jahren wurden Experimente mit diesen MTB-Reifen gemacht, die ebenfalls durch eine gute Traktion und einen starken Kurvenhalt überzeugen.

Neben der Größe sollte man aber auch andere Eigenschaften im Blick behalten. Wichtig sind dabei vor allem:

  • die Materialmischung,
  • das Profil (von straßentauglich bis geländegängig),
  • das Gewicht.

Gummimischung und Profil sagen viel über die Einsatzmöglichkeiten der Fahrradreifen aus. Wer oft durchs Gelände fährt, der braucht entsprechend robuste Reifen, während auf einem glatten Untergrund ein besonderer Grip nötig ist.

Wer oft durchs Gelände fährt, der braucht entsprechend robuste Reifen, während auf einem glatten Untergrund ein besonderer Grip nötig ist. (#02)

Wer oft durchs Gelände fährt, der braucht entsprechend robuste Reifen, während auf einem glatten Untergrund ein besonderer Grip nötig ist. (#02)

Ein genauer Blick auf die kleinen Unterschiede

Manche Biker fragen sich, ob der Unterschied von einem Zoll wirklich so viel ausmacht. 28″ oder 29″, diese beiden Reifengrößen haben beide einen 622 mm großen Innendurchmesser. Die 28“ Fahrradreifen haben sich vor allem bei Tourenrädern in Europa bewährt und gehören deshalb zu den hiesigen Topsellern. In anderen Kontinenten ist diese Größe jedoch weniger gefragt. Das kann bei Fahrradtouren außerhalb von Europa zum Problem werden, wenn man Ersatzreifen benötigt.

29“ Fahrradreifen haben sich seit einiger Zeit bei Mountainbikes bewähren können. Da die MTB-Reifen dicker sind, liegt ihr Außendurchmesser bei diesem Maß. Wenn man genau hinsieht, können sehr schmale 28“ Fahrradreifen deutlich mehr als nur einen Zoll davon abweichen und bei einem Außendurchmesser von nur knapp über 26“ liegen. Erst wenn die Laufräder eine Breite von rund 40 mm haben, wird der äußere Durchmesser von 28“ tatsächlich erreicht. Beim Einsatz von extrem breiten Fahrradreifen kann der Außendurchmesser auf fast 30“ ansteigen.

Typische Eigenschaften der neuen Reifengrößen

Die relativ neu etablierten Größen von 27,5″ und 29“ haben inzwischen auch in Europa ihre Anhänger gefunden. Allerdings sind die großen 29“ Fahrradreifen im Verhältnis zu den kleineren Modellen nicht ganz so wendig und haben oft eine geringere Steifigkeit. Zudem kann in bestimmten Situationen das höhere Gewicht auffallen. Es gibt jedoch auch Vorteile:

  • 29“ Fahrradreifen sind im Gelände leichtgängiger,
  • sie haben eine größere, griffigere Auflagefläche,
  • Unebenheiten sind problemlos zu bewältigen.

Man sollte jedoch wissen, dass sich nicht jedes Bike für die 29“ Laufräder eignet. Darum ist es wichtig, zunächst die Rahmengröße und den Federweg zu überprüfen. Bei den kleineren Fahrrädern ist eventuell die neue Reifengröße 27,5“ die richtige Wahl.

Mit hochklassigen Fahrradreifen von Schwalbe in der passenden Größe können die Biker sicher sein, dass sie eine Top-Qualität erhalten. Bei dem Markenunternehmen erfahren sie außerdem viele Details, beispielsweise über die Eignung der neuen und bewährten Laufräder.

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Reifenbreite und Felgenweite abstimmen

Die ETRTO-Norm beinhaltet nicht nur die erhältlichen Reifengrößen, sondern sie empfiehlt auch bestimmte Paarungen, wenn es um die Abstimmung von Laufradbreite und Felgenweite geht. Abhängig von der Maulweite der Fahrradfelge können Fahrradreifen mit verschiedenen Breiten eingesetzt werden. Allerdings sind nicht alle Paarungen sinnvoll. Wenn die Räder zu schmal sind, geht die Federwirkung verloren, sodass es zu Durchschlägen kommen kann. Bei verhältnismäßig großer Reifenbreite werden hingegen die Felgenflanken zu stark belastet.

Überlastungen des Reifenmaterials und auch der Felgen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Gerade ältere Schläuche können schnell reißen. Gegebenenfalls kann man mit einer präzisen Abstimmung von Mantel und Schlauch die Strapazierfähigkeit verbessern. Auch ein versteiftes Felgenband oder die Verwendung von Talkum können die gleichmäßige Lastverteilung begünstigen. Allerdings raten einige Experten von Talkum ab, da es sich zwischen Felge und Reifenflanke festsetzen und hier die Haftung beeinträchtigen kann.

Die Größe ist ausgewählt – welches Profil soll es sein?

Auf die Frage nach der geeigneten Reifengröße folgt die Suche nach dem richtigen Reifenprofil. Das Profil sollte zum Fahrrad passen sowie zu den Strecken, die man üblicherweise fährt. Für die unterschiedlichen Zweiräder gibt es oft spezielle Empfehlungen:

  • Für Mountainbikes werden grobstollige, relativ starke Reifenprofile empfohlen, die einen guten Grip haben.
  • City- und Trekkingräder haben oft ein mittelstarkes, gemäßigtes Reifenprofil, das schmal oder etwas breiter sein kann und für einen guten Fahrkomfort sorgt.
  • Für den Radrennsport werden meistens schmale Laufräder verwendet, die nur ein minimales Profil haben und entsprechend leicht laufen.

Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: FoapAB, #02: Rabbitmildphoto
#01: © Schwarzer.de

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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